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Schulstatistik

Schulstatistik melden: Exportdatei, Webformular oder Landesdatenbank

Wie freie Schulen ihre Statistik je Bundesland übermitteln: SIM.TXT und SVWS-Server in NRW, Schnittstelle Schleswig-Holstein, ZENSOS, ESS-Online, Pegasus und Erhebungsbögen.

Auch wo eine freie Schule ihre Software frei wählen darf, bestimmt das Land, wie die Statistik ankommt. Mal ist es eine Textdatei nach genauer Satzbeschreibung, mal ein Webformular, in das Zahlen von Hand übertragen werden, mal ein Papierbogen. Für das Sekretariat macht das den Unterschied zwischen einem Klick und zwei Tagen Abtippen.

Dieser Beitrag beschreibt die Meldewege der Länder mit freier Softwarewahl, Stand Schuljahr 2026/27.

Länder mit Dateischnittstelle

Schleswig-Holstein ist das einzige Land mit einer vollständig veröffentlichten Schnittstelle: Die „Schnittstellendefinition allgemeinbildende und berufsbildende Schulen 2026/27" mit Plausibilitätsprüfung steht als PDF, ODS und XLSX zum Download. Geliefert werden tabulatorgetrennte Textdateien mit Satzarten für Schülerinnen und Schüler, Abgänger und Lehrkräfte; die Leitdatei fragt sogar Name und Version des Schulverwaltungsprogramms ab.

Brandenburg erhebt über das Webverfahren ZENSOS. Es importiert je Schule Dateien für Schülerindividualdaten, Klassen, Kurse, Schuldaten und Lehrkräfte; Satzbeschreibung und Schlüsselverzeichnis stehen hinter dem Login des Schulportals. Thüringen lässt eine Datei ins Statistikportal des Ministeriums hochladen; die Satzbeschreibung erhalten die Softwarehersteller.

Nordrhein-Westfalen: SIM.TXT läuft aus, der SVWS-Server übernimmt

Bis einschließlich 2026/27 importiert das Statistikprogramm ASDPC32 Schüler- und Klassendaten aus einer SIM.TXT nach veröffentlichter Importsemantik. Die Schule lädt Vorgabedaten, prüft die Plausibilität, signiert und schickt die verschlüsselte Datei an IT.NRW. Gemeldet werden Summen je Teilklasse, Lehrkräfte als Individualdaten.

Ab dem Schuljahr 2027/28 entstehen die Amtlichen Schuldaten direkt im SVWS-Server, dem quelloffenen Nachfolger von SchILD-NRW, weiter im summenbasierten Format. Für Drittanbieter sind die versionierten External-Endpunkte vorgesehen; der Austausch läuft innerhalb der Infrastruktur der Schule.

Länder mit Webformular oder Erhebungsbogen

Fünf Länder lassen die Schule Summen oder Einzelzeilen in ein Formular eintragen. Ein Dateiimport ist dort nicht vorgesehen – Baden-Württemberg beantwortet die Frage nach einem Import in ESS-Online ausdrücklich mit Nein.

  • Baden-Württemberg: ESS-Online mit Summenbögen, dem SIS-Klassenbogen mit einer anonymen Zeile je Kind und dem Religionsbogen; alternativ das ESS-Modul in ASV-BW
  • Berlin: Online-Fragebogen „Klassenstatistik" mit Summen je Klasse oder Jahrgangsstufe
  • Sachsen: Online-Tabellen „Pegasus" des Statistischen Landesamts; auskunftspflichtig ist der Träger
  • Sachsen-Anhalt: Schuljahresanfangs- und -endstatistik online oder per Papierbogen
  • Saarland: Erhebungsbögen des Statistischen Amts, ein eigener Bogen für Waldorfschulen

Behördeneigene Verfahren

Hamburg erhebt die Daten der Schulen in freier Trägerschaft über das Verfahren Prise; die Schulträger übermitteln in einem bestimmten Dateiformat auf Anforderung. Bremen stellt privaten Schulen eine Erfassungsmaske zum Import oder zur Eingabe bereit und schreibt die Einzeldatensätze des Vorjahres fort. Mecklenburg-Vorpommern erhebt öffentliche und private Schulen über das webbasierte SIP M-V.

Jahrgangsübergreifende Lerngruppen richtig melden

Viele freie Schulen arbeiten in altersgemischten Gruppen. Die Statistik denkt in Jahrgangsstufen, und jedes Land löst das anders: Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zählen bei der Klassenstufe der Mehrheit, Berlin bei der höchsten Jahrgangsstufe, Schleswig-Holstein kennt eigene Klassentypen für übergreifende Gruppen, Brandenburg die Klassenart „jahrgangsübergreifend", Hessen legt sie als stufenübergreifende Klassen an.

Meldewege mit Alma

Alma erzeugt aus denselben Daten den Meldeweg des jeweiligen Landes: die Exportdatei nach Schleswig-Holsteiner Schnittstellendefinition, die SIM.TXT für Nordrhein-Westfalen und die Dateien für ZENSOS und das Thüringer Statistikportal. Für Länder mit Webformular oder Bogen liefert Alma eine bogengenaue Ausfüllhilfe – Zählungen je Bogen, eine Zeile je Kind für den SIS-Klassenbogen, die Summen des Religionsbogens –, die nur noch übertragen werden muss.

Jahrgangsübergreifende Gruppen ordnet Alma dabei nach der Regel des Landes zu. Die Plausibilitätsprüfung läuft vor der Abgabe in Alma, nicht erst beim Statistikamt.

Häufige Fragen zu den Meldewegen

Was ist die SIM.TXT?
Die Importdatei für das nordrhein-westfälische Statistikprogramm ASDPC32 mit Schüler- und Klassendaten nach der veröffentlichten Importsemantik. Sie gilt bis einschließlich Schuljahr 2026/27; danach läuft die Statistik über den SVWS-Server.
Kann ich Daten in ESS-Online importieren?
Nein. Baden-Württemberg sieht für ESS-Online keinen Dateiimport vor. Wer nicht abtippen will, nutzt das ESS-Modul in ASV-BW oder eine Ausfüllhilfe, die die Werte je Bogen vorbereitet.
Welches Bundesland hat eine offene Schnittstelle für die Schulstatistik?
Vollständig veröffentlicht ist nur die Schnittstellendefinition von Schleswig-Holstein. Brandenburg und Thüringen haben ebenfalls Dateiformate, zeigen sie aber nur nach Anmeldung bzw. den Softwareherstellern.
Wie melden Schulen mit altersgemischten Gruppen?
Nach der Regel ihres Landes: Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt zählen bei der Klassenstufe der Mehrheit, Berlin bei der höchsten Stufe, Schleswig-Holstein und Brandenburg haben eigene Klassentypen.

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